Hallo Nachbar,                                                

schön, dass Du neugierig bis 

denn unsere Nachbarschaft steckt voller besonderer Orte und Menschen.

Stell dir vor du bist neu zugezogen und kennst noch nicht die tollen Nachbarschaftsgruppen und -Feste. Auch nicht unsere Repräsentanten und welche politischen Ziele sie im Kiez verfolgen.

Mit dem Projekt Democracy Next Level möchten wir das Zugehörigkeitsgefühl, den Zusammenhalt und das Zusammenwirken der Nachbarn unterstützen und die gesamte Nachbarschaft mit der Bezirkspolitik verbinden.

Dafür entwickeln wir eine Nachbarschaftsplattform, die im Gegensatz zu Facebook und nebenan.de dafür designed ist, einen rationalen und wertesensitiven Austausch zu unterstützen, um beispielsweise die Verwendung eines Nachbarschaftshaushaltes zu organisieren, Meinungsbilder und Bedarfe abzufragen oder Nachbarschaftsvertreter zu wählen.

Das Besondere: die Nachbarschaftsplattform ist mit einem interaktives Displaynetzwerk verbunden, das in den Schaufenstern aufgestellt ist. Dadurch werden digitale Informationen, Diskussionen und Umfragen, ab einem bestimmten Quorum, für alle Nachbarn im öffentlichen Raum sichtbar. 

Mit öffentlichen Displays, die wir als Democracy Displays bezeichnen, soll eine gemeinsame Informationsbasis in der Nachbarschaft geschaffen werden, die aber im Vergleich zu traditionellen Massenmedien, interaktiv ist und demokratisch gesteuert werden kann. 

Angestoßen wurde das Projekt von dem studentischen Arbeitskreis „City Next Level“ (blau unterlegt) der Universität Stuttgart und r0g Agency (blau hinterlegt). Als Moderatoren werden sie die kooperative Entwicklung der Nachbarschaftsplattform mit dem Klausenerplatz-Kiez und der Bezirkspolitik begleiten und die Umsetzung von gewaltfreien und demokratischen Kommunikationsformat unterstützen.

Denn eine funktionsfähige Demokratie braucht Bürger, die bereit sind in einen rationalen Austausch zu treten, Vorurteile abzubauen, um eine gemeinsame Wertebasis zu finden und gemeinsame Ziele zu formulieren, die es ermöglichen Unterschiede zu überwinden. Da zu guter Letzt die globalen Herausforderungen des 21. Jahrhundert, wie Nachhaltigkeit, Lebensmittel und Wasserknappheit, Vermögensungleichheit, Migration, soziale Exklusion, Vereinsamung, irrationaler Nationalismus, Verlust demokratischer Werte und Verfahren etc., auf der lokalen Ebene, in den Nachbarschaften, konfrontiert werden muss.

Daher sind Eure Angebote, Bedarfe und Meinungen gefragt.

Willst Du dieses Projekt mit der Nachbarschaft austesten?

Welches Thema interessiert dich leidenschaftlich? 

Gibt es Unterstützung, die du gebrauchen könntest?

Oder hast du sonstige Anmerkung und Hinweise?

Dann schreib uns einfach unter: democracynextlevel.com oder ruf uns direkt an: 01578 10 51 651.

Wir laden insbesondere die neuen Nachbarn auf mitmachen ein

und die etablierten Nachbarn wollen ermutigen, den Spirit des Klausenerplatz-Kiezes weiter zu geben.

Die drei Grundbausteine von Democracy Next Level 

Der Aufbau der Nachbarschaftsplattform entspricht den Grundbausteinen der Demokratie: Information, Diskussion und Umfragen. Dadurch ist die Plattform übersichtlich strukturiert und leicht bedienbar, um auch komplexere demokratische Prozesse systematisch zu planen und durchzuführen.

Unter – Informationen werden lokalrelevante Inhalte veröffentlicht, 

wie beispielsweise Treffen von Bewegungs- und Freizeitgruppen, spannende Statistiken über die Nachbarschaft, Partizipationsrechte und Beteiligungsmöglichkeiten, Geschichten über den Kiez oder auch Fotos, Memes, Witze, Rätsel etc. 

Unter – Diskussionen können wir Argumente ausgetauscht, die von digitalen Instrumenten, wie KIALO, Pol.is und kooperativen Textbearbeitungsprogrammen von Adhocracy unterstützt werden, sodass unsere Diskussionen rationaler und leichter auswertbar sind.

Unter – Umfragen können mit verschiedene Umfragemodule Einstellungen, Bedarfe, Meinungen und Wissen abgefragt werden. Damit kann sich zum einen die Nachbarschaft selbst befragen und Antworten geben und zum anderen kann durch öffentliche E-Petitionen die Verwaltung und Politik befragen und von ihr Antworten sowie (Rück-)Fragen erhalten. 

Mit dieser Struktur könnte ein erster digital-demokratischer Kommunikationskanal entstehen, der den Informationsaustausch zwischen Gruppen ordnet, in Echtzeit auswertet und durch ein demokratisches Sprachrohr weiterleitet. Dadurch können Bürger politische Daten bewusst erzeugen.

So funktioniert es: Handyraus, Abscannen und Beteiligen

Möchtest du einen Beitrag erstellen oder dich beteiligen, dann musst du dich zunächst registrieren und verifizieren (Hier(Link)). Damit können wir sicherstellen, dass nur Nachbarn auf der Plattform aktiv sind, die tatsächlich in der Nachbarschaft wohnen und somit Teil unserer Nachbarschafts-Demokratie sind.

Falls du dann nicht nur auf der Webseite Beiträge veröffentlichen möchtest, sondern auch auf den Democracy Displays, benötigst du eine Akkreditierung bei der du Verfahren der Nachrichtenselektion Reflektion und Moderation lernst. Danach kannst du Informationen, Diskussion und Umfragen erstellen, die auf den Displays sichtbar werden können.

Desto mehr Datenverkehr eine Diskussion bekommt und desto mehr Nutzer dafür Stimmen eine Diskussion zu veröffentlichen, umso wahrscheinlicher wird es, dass die Diskussion auf den Democracy Displays veröffentlicht wird und somit für die gesamte Nachbarschaft sichtbar ist.

Stelle dir vor, du siehst auf dem Heimweg auf den Democracy Displays eine Diskussion, die dich anspricht. Dann scannst du einfach den QR-Code auf der Schaufensterscheibe und beteilige dich. Dafür musst du deine Argumente mit anderen Argumenten verbinden oder du kannst andere Argument bewerten und trägst somit zu einer rationalen und lebendigen Diskussion bei. Außerdem können Nutzer anonym auftreten, um auch kritische Stimmen zu äußern ohne sich beispielsweise vor Einschüchterungen fürchten zu müssen. Andererseits können Nutzer gesperrt werden, wenn der demokratisch legitimierte Verhaltenskodex (verlinkt) wiederholt verletzen wird.

Ist die Diskussions-Zeit abgelaufen, werden alle Einzelbeiträge anonymisiert und nur das Diskussionsergebnis ohne individuell – zuordbare Nutzerbeiträge auf der Plattform abgespeichert, wobei dem einzelnen Nutzer eine hohe Datensouveränität und -Transparenz ermöglicht wird.

Die Democracy Displays sind also eine Schnittstelle zwischen dem digitalen Raum und dem analog-öffentlichen Raum, wodurch neuen, hybride Form des Meinungsaustausches, der Willesbildung oder der Demonstration für Nachbarschaften und Politiker bereitgestellt werden.

Aber Achtung! Wir möchten keine falschen Erwartungen entstehen lassen. Nur weil unsere Nachbarschaft eine bestimmte Meinung vertritt oder einen bestimmten Bedarf aufdeckt, muss unsere Bezirksregierung und die Bezirksverwaltung nicht danach entscheiden oder handeln. Denn die Charlottenburg-Wilmersdorfer Demokratie muss auch die Meinungen und Bedarfe von anderen Nachbarschaften aus dem Bezirk, Deutschland sowie europäischen Gesellschaft berücksichtigen.

Warum Demokratie?

Winston Churchill sagte: die „Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind.” Doch worin bestehen der Vorzug von demokratischen Ordnung gegenüber feudalen Ordnungen? 

Der Begriff Demokratie leitet sich aus den altgriechischen Wörtern demos (Volk) und kratos (Macht) ab und bedeutet, dass die Macht vom Volk ausgeht. Ein Prinzip, nach dem die Souveränität des Individuums im Vordergrund steht, also der Wert der Freiheit und Selbstbestimmung des Einzelnen. Daher ist in modernen Demokratien jeder mündige Bürger, unabhängig von Abstammung, Geschlecht, Bildung und Religion, gleichberechtigt, über die Regeln der Gesellschaft mit zu entscheiden. 

In feudalen Systemen wird die Macht hingegen vererbt oder zugeteilt, weshalb Gewalt und Gewaltandrohung ein üblicheres Mittel sind, um Machwechsel herbeizuführen. Auch wenn demokratische Verfahren also meist langwierig und mühsam sind, ermöglichen sie im Gegensatz zu feudalen Regierungsformen einen friedlicheren Machtwechsel und erzeugen eine höhere gesellschaftliche Akzeptanz in der Bevölkerung. 

Doch die Demokratie ist keine kontante, sondern kontinuierlich durch feudalistische Strukturen bedroht. Wenn wir daher nicht die Bedeutung und den Nutzen der Demokratie erkennen, könnten wir bald wieder in einem feudalistischen System leben, nur dieses Mal wäre es digital.

Was ermöglicht Democracy Next Level?

Durch Transparenz, Bildung und Partizipation versucht Democracy Next Level das Vertrauen in die Nachbarschaft und demokratische Verfahren zu stärken.

Angenommen die Bezirkspolitik möchte in der Nachbarschaft einen Stadtplatz kooperativ gestalten und die Anwohner über einen neuen Entwurf informieren, Pro und Contra Argumente einholen, Umfrage durchführen.

Oder die Nachbarschaft möchte gemeinsame Frage, Ziele, Herausforderungen formulieren, um lokale Probleme selbst zu lösen oder gebündelt an die Repräsentanten weiterzuleiten. Dafür gibt es bisher keinen geeigneten Kommunikationskanal. 

Mit Democracy Next Level soll ein Testfeld für digitale und hybride Demokratie entstehen, dass wir gemeinsam weiterentwickeln können.

Was ist das letzte Level der Demokratie?

Schreib uns ein paar Zeilen über deinen idealen Ort zum Leben (Link zu Textfeld)